Michal Ajvaz: Die andere Stadt.
Aus dem Tschechischen von Veronika Siska.
208 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen | ISBN: 978-3-911524-02-5
€ 27,00 [D] | € 27,90 [A] | bald auch als E-Book erhältlich

»Der Autor […] schildert in einer hochkultivierten Form die Abenteuer des Erzählens und des halluzinatorischen Bewusstseins, des Phantasierens und Denkens.«
KINDLERS LITERATUR LEXIKON
In einem Prager Antiquariat kauft der Erzähler ein sonderbares Buch. Es ist in einer obskuren Schrift verfasst und scheint aus einer unbekannten, anderen Stadt zu stammen, die sich in einer undurchsichtigen Symbiose mit Prag befindet. Langsam dringt der Erzähler in diese Stadt ein, die sich an Rändern, in Schatten und Spiegelungen des Alltags, gleichzeitig an bekannten Orten Prags befindet. Der Namenlose müht sich, das Wesen dieser Stadt zu ergründen und in ihr Zentrum vorzudringen. Dieses jedoch scheint zurückzuweichen, je ungestümer er sich ihm zu nähern versucht. Je tiefer er in die Geheimnisse der anderen Stadt eintaucht, desto mehr wird er selbst zum Getriebenen, Wahrnehmungen und Gewissheiten lösen sich auf; schließlich gerät seine nackte Existenz ins Wanken.
Die andere Stadt ist eine faszinierende Mischung aus philosophischer Tiefe, surrealer Erzählkunst, abenteuerlicher Fabulierlust, skurrilem Witz und kafkaesker Odyssee. Ajvaz’ Prag-Roman stellt Fragen zum Wesen der Wirklichkeit und lädt ein, über die Oberfläche des Alltäglichen hinauszuschauen. Wer wagemutig genug ist, sich auf diese fordernde Reise einzulassen, wird die andere Stadt am Ende finden – und sie vielleicht nie mehr ganz verlassen.
Michal Ajvaz (*1949) knüpft mit seinem Werk an die Prager deutsche Literatur wie Franz Kafka und Gustav Meyrink sowie an Alfred Kubin an, aber auch an tschechische Surrealisten. Er ist Träger des tschechischen Staatspreises für Literatur (2020), des Prix Utopiales (2015), des Magnesia-Litera-Preises (2012) sowie des Jaroslav-Seifert-Preises (2005). Sein Werk wurde bislang in 24 Sprachen übersetzt.
